In den 90er Jahren war die Welt noch einfacher, da trafen die Männer sich noch mit Polaroids in der Eckkneipe und konnten wahrlich von sich behaupten: meine Frau, mein Haus, mein Auto. Seitdem ist unsere Gesellschaft anonymer geworden, jedes Smartphone besitzt einen ähnlichen, gesichtslosen Schick und das gleiche gilt für des Deutschen liebstes Hobby, das Auto.

Chrom vom Fließband, Designerlack nach Wahl und das Exklusivpaket geben zwar ein bisschen Freiheit bei der Individualisierung, aber da geht noch mehr.

Mit diesen sechs Tipps zur Individualisierung klappt es auch mit dem Auto der Träume.

1. Das Auto als Zeitkapsel

Mit dem Auto lässt sich prima so manche Zeitreise unternehmen, dabei muss es sich nicht einmal um einen DeLorean handeln. Wer etwas Retrocharme in seinen Innenraum holen möchte, kann dies etwa mit dem Wackeldackel oder einer Kugelauflage tun.

Fehlen nur noch Plüschwürfel für den Rückspiegel und ein fetziger Soundtrack im Kassettendeck und fertig ist der Trip in die 90s.

2. Aus alt mach neu, aus dunkel mach hell

Die Autos der 90er und 00er Jahre sind optisch teils grausig gealtert. Das Alter sieht man nicht nur den Chassis an, sondern nachts kann das Alter sogar richtig stören: dann nämlich machen sich die Scheinwerfer bemerkbar.

Anleitungen zum Austausch gibt es online, und (TÜV-geprüfte) Klarglas-Scheinwerfer gibt es auch für ältere Modelle. Das führt bei Dämmerung gleich zu einem völlig anderen Fahrerlebnis.

3. Besser um die Kurven

Tuning und Individualisierung können runde Sachen sein, vor allem mit dem passenden Lenkrad. Ein schnittiges Sportlenkrad mit Leder fühlt sich nicht nur in der Hand gut an, sondern macht auch die steilste Kurve zu einem wahren Vergnügen. Das geht bereits für unter 100 Euro.

Allerdings ist das bei älteren PKW deutlich leichter, dereinst war das Lenkrad schließlich zum Lenken da und nicht um einen Zentralrechner, Telefon, Soundanlage und Innenbeleuchtung zu bedienen.

4. Individuelles Design mit Autoaufklebern

Autoaufkleber haben häufig einen streitbaren Ruf, weil sie sofort an großflächiges Optiktuning erinnern. Das muss aber nicht sein, denn es gibt auch sehr dezente Aufkleber, die typischen Werbeflächen für das eigene Unternehmen oder aber Wrappingfolie, die gleich den ganzen Lack oder große Teile überklebt.

Das erlaubt Individualisierung nach Maß und allemal günstiger als ein Lackwechsel. Und natürlich kommt auch so manches Auto doch erst mit Viperstreifen, brennendem Totenkopf oder Tribal wirklich zur Geltung.

5. Reife Räder und radikale Reifen

Was viele Autofahrer ohnehin zwei Mal jährlich tun, kann den Wagen auch ein wenig individualisieren. Die Rede ist vom Reifenwechsel, denn Räder und Reifen können echte Hingucker bieten und gehören gemeinsam mit den passenden Felgen zu den beliebtesten Tuningobjekten. Auch der Austausch gelingt mit einem freien Nachmittag mühelos.

Fazit

Eine Umfrage des Verbands der Automobiltuner spricht eine eindeutige Sprache, 70 Prozent der Fahrer wünschen sich, dass ihr Fahrzeug sich von den anderen abhebt. Und der persönliche Geschmack deckt sich eben nicht immer mit den Ausstattungsoptionen des Herstellers.

Um das eigene Fahrzeug optisch zu tunen, braucht es auch nicht unbedingt eine tiefer gehende Expertise. Viele oberflächliche Individualisierungen lassen sich recht leicht durchführen und gerade Austauschmaßnahmen wie neue Räder und Reifen oder Klarsicht-Scheinwerfer sehen auf der Straße nicht nur schick aus, sondern bieten auch auf jedem Meter Strecke einen echten Zugewinn.

Letztlich sind Individualisierungen eben auch Mode fürs Auto und so wie Mode und Geschmäcker sich ändern, kann ein neuer Look auch frischen Wind in die Garage bringen.

Einzige Voraussetzung, die unabhängig von allen Individualisierungen gilt: verwendete Teile und Spezialschrauben müssen auf den Fahrzeugtyp zugelassen sein, andernfalls droht Ärger beim nächsten TÜV.

Bildquelle: MichaelGaida / pixabay

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