Nachdem die deutsche Autoindustrie während der letzten Jahre mehrfach in Abgasskandale verwickelt war, rückt das Thema der Elektromobilität zunehmend in den Fokus. Zukünftig sollen Elektrofahrzeuge Benziner und Diesel aufgrund ihrer emissionsarmen Eigenschaften ersetzen.

Doch stellen E-Autos tatsächlich die Zukunft der Automobilindustrie dar oder gibt es andere Optionen, die sich zeitnah durchsetzen könnten?

Was versteht man unter Elektromobilität?

Die Elektromobilität als Ganzes betrachtet umfasst zunächst alle Arten von Straßenfahrzeugen, die mithilfe eines Elektromotors angetrieben werden und deren Energie größtenteils durch das Stromnetz generiert wird.

Zu den Elektromobilen zählen daher sowohl die rein elektrisch betriebenen Fahrzeuge als auch Kombinationen aus E-Motor und Verbrennungsmotor sowie aufladbare Hybridfahrzeuge.

E-Mobilität polarisiert zunehmend. Für die einen die unumstößliche Zukunft, für die anderen etwas, für das wie niemals genug Strom produzieren können. (Bildquelle: MikesPhotos / pixabay.com)

Weiterhin umfasst der Begriff Elektromobilität neben den eigentlichen Fahrzeugen auch die Energieversorgung und die Lade- sowie Verkehrsinfrastruktur. Als Ganzes ergeben ein ineinandergreifendes System, das eine nachhaltige Mobilität ermöglichen soll.

Sind E-Antriebe die Zukunft?

Nimmt man eine aktuelle Studie des Umweltbundesamtes als Grundlage, so lässt sich die Frage, ob die Zukunft den E-Antrieben gehört, zunächst bejahen. Verglichen mit anderen treibhausgasneutralen Antrieben scheidet die Elektromobilität der Studie zufolge am besten ab.

Das Heidelberger Umwelt- und Prognose-Institut schätzt die Situation hingegen etwas anders ein. Das Institut kam bei einer Lebenszeit-Analyse zu dem Ergebnis, dass E-Autos nur geringfügig umweltfreundlicher sind als Benziner oder Diesel.

Laut dem Institut liegt dies insbesondere daran, dass ein Großteil des Stromes in Deutschland mit hohem Kohleanteil gewonnen wird.

Um die Effizienz der E-Autos zu steigern, müsste die Lebensdauer der Batterien deutlich verbessert werden.

Ob E-Antriebe ausnahmslos als zukunftsträchtig angesehen werden sollten, ist daher fraglich. Die Entwicklung geht in so viele Richtungen, dass derzeit nur schwer absehbar ist, ob es zukünftig effizientere und umweltschonende Antriebe geben wird.

Dennoch ist der Ansatz, der mit E-Antrieben verfolgt wird, zweifelsohne wichtig und notwendig. Nur auf diese wird es in Zukunft möglich sein, die Emissionswerte von Fahrzeugen drastisch zu senken und umweltschonende Fortbewegungsmittel zu entwickeln.

Welche möglichen Alternativen gibt es zur Elektromobilität?

Die Forschung der Automobilindustrie konzentriert sich in großem Umfang darauf, neue Antriebe zu erforschen. In naher Zukunft scheint derzeit jedoch lediglich der Wasserstoffantrieb eine umweltfreundliche Alternative zur Elektromobilität darzustellen. Wobei auch Wasserstoffautos im Prinzip als Elektroautos angesehen werden sollten.

Schließlich sind sie ebenfalls mit einem Elektromotor ausgestattet. Für den Antrieb des Motors kommt statt der Batterie eine Brennstoffzelle zum Einsatz. Während die Emissionswerte der Wasserstofffahrzeuge überzeugen können, liegt das größte Manko aktuell im Bereich der Ladestationen.

Um ähnliche Erfolge wie die Elektromobilität feiern zu können, müsste zunächst ein flächendeckendes Tanknetz geschaffen werden.

Ebenso zeigen weitere Forschungsansätze erste Resultate. Das generator-elektrische Fahrzeug stellt dabei ein Konzept dar, das viel Aufmerksamkeit verdient. Dabei wird das Fahrzeug zunächst elektrisch angetrieben.

Die Energie wird anders als bei bisherigen Elektrofahrzeugen jedoch nicht in einer Batterie gespeichert. Stattdessen wir die Energie stetig durch das Zusammenspiel zwischen Gasmotor und elektrischem Generator erzeugt.

Sollte sich in Zukunft ein etwaiges Konzept markttauglich durchsetzen, würde eine Ladeinfrastruktur überflüssig werden und eines der größten Probleme der Elektromobilität beheben.

Darüber hinaus hat das Konzept des generator-elektrischen Fahrzeugs in ersten Tests größere Reichweiten sowie eine hohe Energieeffizienz aufweisen können.

Warum hat sich die Elektromobilität noch nicht durchgesetzt?

Wichtige Faktoren für den bisherigen geringfügigen Erfolg von Elektroautos sind die hohen Kosten sowie die geringe Auswahl an Modellen. Umfragen zufolge findet jeder dritte Deutsche, dass E-Autos derzeit noch zu teuer sein.

Darüber hinaus finden sich weitreichende Probleme im Bereich der Technik. Dabei stehen insbesondere die Ladesysteme im Fokus. Seit Beginn der Entwicklung hat die Automobilindustrie einen entscheidenden Fehler begangen, der nur schleppend behoben wird. Jeder Hersteller setzte zunächst auf ein individuelles Ladesystem.

Somit gab es schnell unterschiedliche Ladesysteme, jedoch keine Ladesäule, die alle Systeme bedienen konnte. Immerhin wird derzeit daran gearbeitet, Stecker sowie Schnittstellen zu standardisieren.

Dieser Schritt ist dringend notwendig. Ohne ihn könnten Fahrer von Elektroautos auch zukünftig vor Problemen stehen, wenn sich die Ladekapazität dem Ende entgegen neigt und die nächste Ladesäule nicht mit dem Ladesystem des Fahrzeugs kompatibel ist.

Fazit – Elektromobilität – Ist das die Zukunft?

Die Automobilindustrie verfolgt in puncto Forschung zwar unterschiedliche Ansätze, jedoch wird es innerhalb der nächsten Jahre wohl keine adäquate und umweltschonende Alternative zu elektronischen Fahrzeugen geben.

Ausschlaggebend hierfür ist der Entwicklungsrückstand. Während Leistung und Reichweite der E-Autos stetig zunehmen und immer mehr Ladesäulen das Streckennetz säumen, stecken andere Antriebe noch in den Kinderschuhen.

Folglich dürfte die Elektromobilität zumindest in naher Zukunft das vielversprechendste Antriebsmodell bleiben.

Bildquelle: unsplash.com / Jp Valery

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